Das Upgrade auf TYPO3 CMS 6.2 LTS planen

TYPO3 CMS Version 6.2 LTS erschien am 25.3.2014. Die 6.2 ist damit der direkte Nachfolger der momentanen LTS Version 4.5. 

Was bedeutet LTS?

Ansicht der TYPO3 Versionen

LTS steht für Long Term Support. Das wiederum bedeutet, das LTS-Versionen länger als normale Versionen mit Sicherheitsupdates und Fehlerbehebungen unterstützt werden. Die Version 4.5 war die erste LTS-Version und wurde im Januar 2011 veröffentlicht. Während frühere TYPO3-Versionen wie 4.6, 4.7, 6.0 oder 6.1 in der Regel nur 1-1.5 Jahre mit Sicherheitsupdates und Fehlerbehebungen unterstützt werden, beträgt der Zeitraum bei einer LTS-Version mindestens 3 Jahre. 

Während dieser Zeit flossen zwar nur begrenzt neue Funktionen in die 4.5 ein, aber Fehler und Sicherheitslücken wurden immer zeitnah behoben. Momentan aktuell ist die Extended Long Term Support Version 4.5.45, das bedeutet, das seit Erscheinen der 4.5.0 schon 41 Updates veröffentlicht wurden.

Das LTS-Konzept kennt man auch von bestimmten Linux-Distributionen wie zum Beispiel Ubuntu.

Was bringt eine LTS-Version?

Von einer LTS-Version profitieren Anwender, die Wert auf Stabilität und Sicherheit legen. Die LTS kommt zu einem großen Teil im Unternehmensumfeld zum Einsatz, in dem die Stabilität der Website ein wichtiger Faktor ist. Updates sind in der Regel problemlos und in kurzer Zeit möglich und die Website steht auf einem robusten Fundament.

Anwender, die hingegen Wert auf die neuesten Versionen und Features legen, werden eher nicht zu einer LTS-Version greifen, bzw. nicht die vollen 3 Jahre bei der LTS-Version bleiben.

Warum sollte man das Upgrade durchführen?

Eventuell fragen Sie sich, warum Sie dieses Upgrade durchführen sollten, obwohl Ihre Website ohne Probleme seit Jahren läuft.

Wie schon oben erwähnt, endet der Support für Version 4.5 im März 2015. Danach wird es keine Updates mehr geben. Das heisst, dass Fehler und Sicherheitslücken, die danach noch entdeckt werden, nicht mehr behoben werden. Und das wiederum kann für die Sicherheit Ihrer Website ein entscheidendes Problem sein. Immer wieder sind Websites Angriffen von Hackern ausgesetzt.

Und das betrifft nicht nur große Unternehmen.

Da viele dieser Angriffe völlig automatisiert ablaufen, kann auch die kleine Website des Bäckermeisters Mustermann aus Buxtehude Ziel eines Angriffes werden. 
Und wenn zum Beispiel die Seite eines Online-Shops mehrere Tage nicht erreichbar ist, weil sie gehackt wurde, kann das für den Betreiber einen enormen finanziellen Schaden bedeuten!

Ein weiterer Punkt ist die Weiterentwicklung der Webbrowser wie Internet Explorer, Chrome, Firefox oder Safari. Auch diese Programme erscheinen immer wieder in neuen Versionen. Die neuen Versionen bringen neue Features mit, genauso werden aber auch immer wieder veraltete Techniken entfernt. Das kann dazu führen, dass irgendwann das Backend von TYPO3 4.5 mit modernen Browsern nicht mehr bedienbar sein könnte.

Deshalb ist es wichtig, die Software immer auf dem aktuellen Stand zu halten.

Was unterscheidet das Upgrade von 4.5 auf 6.2 von anderen Upgrades?

TYPO3 4.5 erschien im Januar 2011. Seit dieser Zeit hat sich enorm viel an TYPO3 verändert. Diese Änderungen sind bei der täglichen Arbeit mit TYPO3 nicht mal unbedingt alle sichtbar. Das Frontend der Seite, also das, was die Besucher der Website sehen, verändert sich nicht. Auch die Änderungen im Backend von TYPO3 sind auf den ersten Blick gering. Das bedeutet, jemand, der mit TYPO3 4.5 gearbeitet hat, wird sich auch sofort in TYPO3 6.2 zurecht finden.

Viel verändert hat sich allerdings „unter der Haube“. Die Programmiertechniken haben sich den letzten Jahren weiterentwickelt, und diese Weiterentwicklung floss auch in die Programmierung des TYPO3 Kerns ein. Vieles am Code hat sich grundlegend verändert.

Diese Änderungen führen zum Beispiel dazu, das viele in Version 4.5 eingesetzte TYPO3 Erweiterungen mit der neuen Version 6.2 (noch) nicht funktionieren. Die meisten Erweiterungen müssen für die 6.2 angepasst werden. Und bei den am meisten genutzten, populären Erweiterungen ist das auch schon geschehen bzw. wird zeitnah geschehen.

Das Problem sind hier Erweiterungen, die nicht mehr weiterentwickelt werden. Es gibt durchaus immer wieder die Situation, dass die Weiterentwicklung einer Erweiterung aus verschiedenen Gründen eingestellt wird. Und wenn so eine Erweiterung in TYPO 4.5 zum Einsatz kommt, kann es sein, dass sie mit 6.2 nicht mehr funktioniert.

Auch selbst geschriebene Erweiterungen können zum Problem werden. Angenommen, Sie haben selbst eine Erweiterung programmiert oder durch eine Agentur/einen Freelancer eine spezielle Erweiterung programmieren lassen. Dann müssen Sie oder die Agentur sicherstellen, dass diese Erweiterung auch mit TYPO3 6.2 noch funktioniert.

Relativ häufig kommt es auch vor, dass Erweiterungen aus dem TYPO3 Extension Repository (TER) angepasst wurden, dass heisst, der Original-Code wurde verändert. Bei einem einfachen Update der Erweiterung würden diese Änderungen natürlich verloren gehen. Hier muss derjenige, der diese Änderungen durchgeführt hat, ebenfalls für die Kompatibilität mit TYPO3 6.2 sorgen. 

In TYPO3 4.5 war es zum Beispiel auch relativ einfach möglich, eigenen PHP-Code in TYPO3 einzubinden. Das geht mit der 6.2 auch nicht mehr. Wenn Sie also spezielle PHP-Skripte verwenden, müssen Sie diese im Prinzip in eine TYPO3-Erweiterung „umwandeln“. Auch das ist unter Umständen mit einem großen Aufwand verbunden.

Wenn man alle diese Punkte sieht, kommt man unweigerlich zu dem Schluss, dass vielleicht nicht jede Website aktualisiert werden kann. Dessen muss man sich bewusst sein.

Wenn das alles so aufwändig ist, was hat mir dann die LTS gebracht?

Diese Frage stellen sich jetzt vielleicht manche. Allerdings sollten Sie bedenken, dass Sie 3-4 Jahre lang relativ wenig Arbeit mit der Instandhaltung der Website hatten. Jetzt steht ein größerer Wartungs-Check an. Das ist ähnlich wie bei einem Auto, dass 3 Jahre lang nicht in der Werkstatt war. Irgendwann kommt man nicht mehr daran vorbei, Sachen zu reparieren oder Verschleissteile auszutauschen. Was natürlich mit Kosten verbunden ist.

Wie sollte man das Upgrade durchführen?

Der erste und wichtigste Hinweis: führen Sie das Upgrade auf keinen Fall an der Original-Seite durch!

Legen Sie unbedingt eine Kopie der kompletten Website an und führen Sie das Upgrade an dieser Kopie durch. Nach einem erfolgreichen Upgrade kann man dann die Kopie weiterverwenden. Wie man eine Kopie anlegt, haben wir in einer Videoanleitung beschrieben.

Alle folgenden Arbeiten werden dann an der Kopie durchgeführt. Die Original-Website läuft in dieser Zeit unbeeinflusst weiter, auch die Besucher Ihrer Website merken nichts davon.

Der erste Schritt besteht aber in einem Website-Check. 

Überprüfen Sie alle verwendeten Erweiterungen. Gibt es aktualisierte, mit 6.2 kompatible Versionen? Haben Sie selber programmierte Erweiterungen im Einsatz? Wurden Erweiterungen aus dem Repository durch Sie oder eine Agentur verändert? Können Sie selber oder der Programmierer/die Agentur diese Erweiterungen an TYPO3 6.2 anpassen?

Deinstallieren und löschen Sie Erweiterungen, die Sie nicht mehr brauchen. Bei den anderen Erweiterungen prüfen Sie im TER, ob schon eine mit TYPO3 6.2 kompatible Erweiterung vorhanden ist. Diese können Sie aktualisieren.

Zur Überprüfung der restlichen Erweiterungen kann man die Erweiterung Smooth Migration installieren. Diese überprüft alle installierten Erweiterung und gibt Hinweise aus, wo und was in den Erweiterungen verändert werden muss. Manchmal sind es nur wenige Zeilen Code, manchmal können es aber auch umfangreiche Änderungen sein.

Dann kann man versuchen, den TYPO3-Kern auszutauschen und den Upgrade-Wizard durchführen. Anschließend kann man dann in TYPO3 6.2 alle Extensions auf den aktuellsten Stand bringen, sofern notwendig.

Falls Sie die Erweiterungen Digital Asset Management (DAM) verwenden, müssen Sie über die zusätzliche Erweiterung dam_falmigration die Daten von DAM in die neue Datei-Verwaltung von TYPO3 6.2 migrieren. DAM wird nicht mehr weiterentwickelt und in TYPO3 6.2 durch die Systemextension FAL abgelöst. Das bedeutet, Zusatzfunktionen, die bisher durch DAM nachgerüstet wurden, sind ab 6.2 fester Bestandteil der internen Funktionen von TYPO3.

Auf dem TYPO3camp Berlin 2014 zeigten wir in einer Session, wie man das Upgrade durchführt und was dabei beachtet werden muss. Hier finden Sie die Slides zum Download als PDF.

Upgrade durch uns

Als unser Kunde können Sie uns auch beauftragen, das Upgrade an Ihrer Website durchzuführen, falls Sie das nicht selber tun möchten.

Allerdings können wir im Voraus keine Aussage zur Komplexität und zur Dauer des Upgrades machen. Das hängt in erster Linie von den verwendeten Extensions ab. Deshalb lassen sich auch keine Zeit- oder Kostenschätzungen im Voraus durchführen.

Auch wir würden im ersten Schritt einen Website-Check durchführen, um zu überprüfen, ob ein Upgrade möglich ist und mit wie viel Arbeitszeit man ungefähr rechnen muss. Da aber dieser Check selbst schon einen gewissen Aufwand erfordert, können wir ihn leider nicht kostenlos anbieten.

Die Kosten für den durch uns durchgeführten Check betragen 238.- Euro (inkl. MwSt.). Falls sich das Upgrade durchführen lässt und Sie uns damit beauftragen, wird das Upgrade nach Zeitaufwand abgerechnet. 
Trotz sorgfältiger Prüfung können wir aber nicht gewährleisten, dass ein Upgrade auf TYPO3 CMS 6.2 durchgeführt werden kann. Sollten unerwartete technische Probleme während des Upgrades auftreten, würden wir uns mit Ihnen zur Klärung der weiteren Vorgehensweise in Verbindung setzen.

Bitte beachten: Extensions, die nicht im TYPO3 Extension Repository (TER) zur Verfügung stehen, oder TER-Extensions, die manuell verändert oder angepasst wurden, sind vom Upgrade ausgenommen.

Falls Sie noch kein Kunde bei uns sind, könnte unser kostenloser Umzugs-Service für Sie interessant sein.

Terminreservierung

Damit Sie und auch wir das Upgrade besser planen können, bieten wir eine Terminreservierung an. Sie nennen uns die Kalenderwoche, in der Sie das Upgrade gerne durchführen würden und wir planen das Upgrade dann ebenfalls fest ein. Allerdings gilt hier: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

Da wir nur begrenzte personelle Kapazitäten haben, diese Upgrades durchzuführen, können wir auch nur in begrenzter Zahl Aufträge annehmen. Sie haben aber die Möglichkeit, gegen eine Anzahlung von 95,20 Euro (inkl. MwSt.) einen festen Termin zu erhalten. 

Wenn Sie Fragen zum Upgrade haben, schreiben Sie uns einfach eine E-Mail.