Wie finde ich die passende Domain für meine Webseite?

Wie Domains funktionieren und worauf du bei der Auswahl für die eigene Webseite achten solltest

Wie funktionieren Domain-Namen?

Jede Homepage benötigt eine Domain - ansonsten müsste man die IP Adresse im Browser eingeben, und die kann sich niemand merken. IP Adressen können sich im Lauf der Zeit auch ändern, zum Beispiel durch einen Wechsel des Providers. Viele Webserver beherbergen etliche Webseiten - haben aber nur eine IP Adresse. Wie soll der Server da wissen, welche Seite angezeigt werden soll?

Die Lösung ist das Domain Name System (DNS). Hier werden Namen für Webseiten vergeben, die man sich leicht merken kann. Wenn man diesen Domain-Namen in den Browser eingibt, übernimmt ein DNS-Server die Übersetzung in die aktuelle IP Adresse. Das funktioniert genauso wie in einem Telefonbuch: einem Namen wird die Telefonnummer zugeordnet. Es ist sogar noch etwas einfacher, denn jeder Name kommt in diesem Internet-Telefonbuch nur einmal vor, ist also eindeutig. 

Da es so viele Namen gibt, hat man diese unterteilt: so wie es im Telefonbuch Vorwahlen gibt, untergliedert man die Namen im Web in sogenannte Top-Level-Domains (TLD) . Während man die Vorwahl vor die Rufnummer stellt, wird die Top Level Domain mit einem Punkt getrennt an den Namen angefügt. Aus 'name' wird so zum Beispiel 'name.de'  (de ist die Top Level Domain für Deutschland).

Welche Domain-Endungen gibt es?

Inzwischen sind über 1.000 Top Level Domains verfügbar und immer wieder kommen neue hinzu. Sie können in folgende Gruppen eingeteilt werden:

  • Länderspezifische Domains (ccTLD)
    Jedem Land ist eine solche Domain zugeordnet, so steht .de für Deutschland, .at für Österreich und .ch für die Schweiz. Es wird der Ländercode aus zwei Buchstaben verwendet. Auch .eu gilt als Länder-Domain, obwohl sie sich nicht auf ein einzelnes Land bezieht.
  • Allgemeine Domains (gTLD)
    Diese generischen Domains werden von einer Gruppe verwendet. Dazu gehören .com (commercial) für Unternehmen, .net für Netzwerke, .org für Organisationen, u.s.w.
  • Neue allgemeine Domains (newgTLD)
    Seit 2013 gibt es etwa 600 neue Domainendungen privater Anbieter, diese stehen für bestimmte Berufsgruppen, Anwendungen oder Regionen. Beispiele sind .cafe, .gmbh, .berlin, .bayern, .cologne, .photography, .versicherung, ...

Bei Wikipedia gibt es weitere Informationen zu den Top Level Domains

Kann ich jede Art von Domain registrieren?

Für jede Top Level Domain gibt es eine Vergabestelle (Network Information Center, NIC), die Regeln für die Nutzung einer Domain erlässt. Für .de Domains ist die DENIC in Frankfurt zuständig. Domains werden meist nicht über die NICs selbst, sondern über Provider vermittelt. Diese legen auch die Preise fest und sind Ansprechpartner zu allen Fragen.  

Viele Domains sind für jedermann registrierbar, bei anderen gibt es Einschränkungen. So muss es für .de Domains einen Verantwortlichen mit Zustelladresse in Deutschland geben, für .eu Domains ist ein Sitz in einem Land der EU erforderlich. So können Schweizer keine .eu Domain registrieren, umgekehrt kann aber jeder eine .ch Domain buchen. Die Regeln für die Vergabe ändern sich auch gelegentlich. Für die Registrierung mancher Domains sind zudem zusätzliche Dokumente wie Handelsregisterauszug oder Ausweiskopie erforderlich. Detailinformation zu den Regeln gibt es im Domain-Wiki von RRPproxy. 

Liste der Preise und Registrierungsbedingungen für viele Domains.

Hinweis: Bei einigen Endungen werden besonders kurze und prägnante Domainnamen als Premium-Domains zu einem höheren Preis vermarktet. 

13 Tipps für die eigene Domain

Welche Punkte sollte ich beachten, reicht eine Domain oder sollte ich mir möglichst viele Domains sichern?

Tipp 1: Eine oder mehrere Domains?

In der Regel ist es sinnvoll, für eine Webseite nur eine einzige Domain aktiv zu nutzen. Das ist die Domain, die man auch auf Briefpapier, Visitenkarte oder für E-Mail Adressen verwendet und damit nach außen kommuniziert. Auch für eine gute Positionierung in Suchmaschinen sollte für eine Homepage nur eine Domain verwendet werden.

Die Domain kann der Firmenname, der Name des Unternehmers, ein Produkt oder auch ein Gattungsbegriff (waschmaschine.de, whisky.de) sein.

Nehmen wir als Beispiel die fiktive Metzgerei Meier in Stuttgart. Ideal erscheint vielleicht die Domain "metzgerei.de". Abgesehen davon, dass der Name bereits vergeben ist, erhält man bei Google für den Begriff Metzgerei einige Millionen Ergebnisse. Der Suchende würde vermutlich die Abfrage regional eingrenzen, z.B. 'Metzgerei Stuttgart'. Da bei Suchmaschinen die Wörter im Domainnamen mit berücksichtig werden, hätte die Webseite 'metzgerei-stuttgart.de' gute Chancen unter die ersten Ergebnisse zu kommen. Wenn der Domainname belegt ist, sind auch 'metzgerei-in-stuttgart.de' oder 'stuttgart-metzgerei.de' eine gute Alternative.

Weitere Schreibweisen

In vielen Fällen werden jedoch noch weitere Domains registriert, z.B. für unterschiedliche Schreibweisen. Lautet die Hauptdomain metzgerei-meier.de, so wäre es sinnvoll, auch metzgerei-mayer.de, metzgerei-mair.de, metzgerei-maier.de und metzgerei-meyer.de zu registrieren. Egal welche Version der Besucher im Kopf hat: er landet immer auf der richtigen Seite.

Wichtig: von allen weiteren Domains für eine Webseite sollte immer über eine sogenannte 301-Weiterleitung auf die Hauptdomain umgeleitet werden. Google mag es nämlich gar nicht, wenn der gleiche Inhalt unter mehreren Domains erreichbar ist. 

Gleichzeitig schützt man sich durch zusätzliche Domains davor, dass ein Mitbewerber eine ähnliche Domain registriert. Niemand kann sonst die benachbarte Metzgerei Schulze daran hindern, für sich die Domain metzgerei-maier.de zu registrieren und zu nutzen. 

Kommt - vielleicht auch erst später - eine Expansion ins Ausland in Frage, sollte man sich auch hier die entsprechenden Länderdomains sichern um diese später nutzen zu können. Ist eine Domain erst einmal vergeben, kann es schwierig, teuer oder unmöglich sein, diese zu übernehmen. So wird unter stadt-bremerhaven.de ein Technik-Blog betrieben und erst kürzlich erzählte mir eine Kundin von der sehr verärgerten Verwaltung einer Gemeinde, wo der Nachname wie der Ortsname lautet und die Kundin einfach schneller mit der Registrierung war.  

Ähnlich klingende Domainnamen

Oft gibt es für gleich klingende Namen auch ganz unterschiedliche Schreibweisen (z.B. Weiland/Vaillant). Auch hier ist es nützlich, ähnlich klingende Namen zu sichern - sofern diese noch frei sind.

Tippfehler-Domains

Wer schlau ist, sichert sich auch mögliche Namen mit Tippfehlern. So gehört einer bekannten Suchmaschine nicht nur die Domain google.de sondern auch die falsche Schreibweise googel.de.

Extra-Tipp:

Hier ist eine Seite, auf der du Preis und Verfügbarkeit von Domains blitzschnell prüfen kannst.   

Tipp 2: Was man bei Umlaut-Domains beachten muss

Schon seit längerem sind Domains mit Umlauten (ä,ö,ü oder auch ß) möglich. Als Inhaber von drogerie-mueller.de macht es Sinn, auch drogerie-müller.de zu sichern. Das gilt ganz besonders auch im umgekehrten Fall: während man die Schreibweise 'müller' für eine Webseite nutzen kann, ist dies für E-Mail Adressen nicht möglich. Denn diese dürfen laut Spezifikation nur aus den Zeichen a-z, 0-9, sowie Unter- bzw. Bindestrich bestehen.

Tipp 3: Nicht zu viele Domains registrieren!

Wenn man sich viele Varianten einer Domain sichert, sollte man sich darüber im Klaren sein, dass für jede Domain ein (wenn auch kleiner) Betrag jährlich zu entrichten ist. Wir haben es schon erlebt, dass sich jemand Hunderte von Domains gesichert hat, in den Folgejahren jedoch die Kosten von ein paar tausend Euro nicht mehr aufbringen konnte.

Tipp 4: Vorsicht bei der Löschung von Domains

Domains kann man natürlich auch wieder löschen. War diese jedoch in aktiver Verwendung, sollte man sich diesen Schritt gut überlegen. Es gibt nämlich eine ganze Menge von Leuten, die nur darauf warten, dass eine Domain wieder frei wird, um diese dann sofort für sich zu registrieren. Entweder, um sie dann teuer an den vorherigen Inhaber zu verkaufen (wenn dieser zum Beispiel vergessen hat, die Domain zu verlängern) oder um die Domain für andere Zwecke zu missbrauchen. Um das zu verhindern, sollte man eine nicht mehr benötigte Domain stilllegen statt sie zu löschen. 

Diese Regel gilt übrigens auch für Social Media Accounts. Das musste Annegret Kramp-Karrenbauer erleben, als sie (bzw. ihr Team) im Januar 2019 den Twitteraccount @_A_K_K_ auf die neue Version @akk umstellte. Der alte Account wurde dabei leichtsinnigerweise gelöscht. So hat sich umgehend ein Journalist den Namen @_A_K_K_ gesichert.

Tipp 5: Domain so kurz wie möglich

Gerade auf dem Handy ist das Eintippen langer Domains lästig und fehleranfällig. Daher sollte man den Namen so kurz wie möglich wählen. 

Tipp 6: Domain einfach und prägnant

Der Domainname muss einfach, prägnant und eindeutig sein. Gerade wenn man einen Namen nur hört (Radiowerbung oder Telefon), kommt es darauf an, dass er leicht zu merken ist. Hat dir ein Gesprächspartner am Telefon schon einmal die Adresse seiner Homepage buchstabieren müssen? Dann war der Name eindeutig zu schwierig! 

Da viele kurze Begriffe als Domain schon vergeben sind, kann man einen Begriff auch um Zahlen erweitern. Auch das kann die Merkbarkeit erhöhen. Beispiele sind gold123, check24 oder autoscout24. Gute Zahlen zum Ergänzen sind 1, 7, 24, 123, 360 oder 365, da man diese Begriffe leicht assoziieren kann. Im englischen wird oft auch 101 verwendet, dies entspricht dem deutschen 1x1.

Tipp 7: Leicht verständliche Schreibweise wählen

Der Domainname muss einfach, prägnant und eindeutig sein. Gerade wenn man einen Namen nur hört (Radiowerbung oder Telefon), kommt es darauf an, dass er leicht zu merken ist. Hat dir ein Gesprächspartner am Telefon schon einmal die Adresse seiner Homepage buchstabieren müssen? Dann war der Name eindeutig zu schwierig! 

Da viele kurze Begriffe als Domain schon vergeben sind, kann man einen Begriff auch um Zahlen erweitern. Auch das kann die Merkbarkeit erhöhen. Beispiele sind gold123, check24 oder autoscout24. Gute Zahlen zum Ergänzen sind 1, 7, 24, 123, 360 oder 365, da man diese Begriffe leicht assoziieren kann.

Tipp 8: Social Media Benutzernamen

Nutzt man für sein Marketing auch Social Media, so sollte man bei der Auswahl einer Domain prüfen, ob der Name als Benutzername auf den Plattformen noch verfügbar ist (und dort gleich registrieren). Es wäre unpraktisch, dass man auf Facebook, Instagram oder Twitter einen ganz anderen Namen verwenden muss als bei der Webseite. Eine exakt gleiche Schreibweise ist nicht immer möglich, da z.B. bei Twitternamen keine Punkte erlaubt sind. 

Tipp 9: SEO nicht übertreiben

Die Domain ist auch ein Rankingfaktor für Suchmaschinen. Wenn der Name ein Gattungsbegriff (wie waschmaschine.de) ist, hat man etwas bessere Chancen bei der Platzierung in den Suchergebnissen. Aber es gibt noch viele andere Faktoren, und der Inhalt einer Webseite ist viel wichtiger als der Domainname. 

Man sollte auch nicht versuchen, möglichst viele Suchbegriffe im Domainnamen unterzubringen. Wer erinnert sich am nächsten Tag noch an die richtige Reihenfolge der Wörter, wenn er folgende Domain auf einem Auto gesehen hat:

Tipp 10: Den richtigen Domain Anbieter wählen

Meist registriert man eine Domain über den Hosting-Anbieter, bei dem auch die Webseite betrieben wird. Die meisten Hosting Firmen bieten jedoch auch an, Domains mit 'externer Registrierung' zu betreiben. In diesem Fall kann die Domain über einen anderen Anbieter registriert werden und zeigt dann über die Nameserver Einstellungen auf den Server bei der Hostingfirma. Wenn Domain und Hosting beim gleichen Anbieter liegen, hat das den Vorteil, dass Änderungen an der IP Adresse automatisch vorgenommen werden. Es ist praktisch, wenn über die Hostingfirma möglichst viele Domainendungen registrierbar sind, dann muss man bei anderen Endungen nicht auf zusätzliche Anbieter verweisen.

Man sollte versuchen, die Anzahl der Vertragspartner möglichst klein zu halten. Sind später Änderungen an den Domains notwendig, muss man erst herausfinden, wo man die Domain einmal registriert hat. 

Bei den meisten Anbietern werden Domains automatisch jährlich verlängert und laufen erst aus, wenn man sie explizit kündigt. Erfolgt keine automatische Verlängerung, muss man an die rechtzeitige Erneuerung denken, da man sonst die Domain verlieren kann. Viele Domains kommen nach Ende der Laufzeit zunächst in eine Quarantäne (30-60 Tage), in der man die Domain noch zurückholen kann. 

Von Anbieter zu Anbieter variieren auch die Preise. Manchmal kommen zur jährlichen Gebühr noch Einrichtungskosten hinzu. Eigentlich könnte man bei der Wahl des Anbieters nach dem günstigsten Preis gehen, denn technisch gibt es keine Unterschiede. Allerdings kann es sehr nützlich sein, wenn im Rahmen von Erneuerungen, Transfers oder Streitigkeiten der Anbieter auch einen guten Support bietet und man einen kompetenten Ansprechpartner hat (und nicht nur ein automatisiertes Tool, das die Bestellungen abwickelt).  

Tipp 11: Vorsicht bei den neuen Top-Level Domains

Inzwischen gibt es über 1.000 verschiedene Endungen für Domains. Man muss jedoch wissen, dass der Betrieb einer TLD 250.000$ oder mehr pro Jahr kosten kann. Daher müssen gerade die neuen Top-Level-Domains eine bestimmte Zahl von Registrierungen erreichen, damit sich der Betrieb auch wirtschaftlich lohnt. Es ist daher möglich, dass es einige der Endungen in ein paar Jahren nicht mehr gibt. 

Auch können technische Probleme zur Nichterreichbarkeit mancher Domains führen. So gab es in der Vergangenheit schon Probleme bei der Nutzung der Endung '.io' (beliebt bei Startups) und einige Nutzer sind dann wieder auf eine etablierte Endung umgestiegen.

Tipp 12: Wichtig beim Providerwechsel

Beim Umzug einer Domain von einem zu einem anderen Provider (Providerwechsel), werden in der Regel die Webseite, E-Mail Postfächer und Einstellung der Nameserver (DNS) nicht automatisch mit umgezogen. Daher ist es wichtig, die Einstellungen zu dokumentieren und Datensicherungen anzulegen.

Der Umzug von E-Mail Postfächern samt Inhalt ist mit unserer Mailtransfer-Webseite ganz einfach.

Tipp 13: Kauf von Domains

Ist eine gewünschte Domain bereits registriert und daher nicht mehr verfügbar, kann man diese ggf. käuflich erwerben. Gut stehen die Chancen, wenn unter der Domain keine Webseite erreichbar ist. Auch auf Plattformen wie Sedo werden Domains zum Kauf angeboten. 

Falls keine Webseite mit Impressum oder Kontaktdaten vorhanden ist, kann es schwierig sein, den Inhaber einer Domain zu ermitteln. Wegen Datenschutz sind die Inhaber bei einer whois Abfrage oft nicht einsehbar. Manchmal hilft eine Recherche bei Suchmaschinen oder eine Anfrage beim Provider oder Betreiber des Nameservers (DNS).

Preise beim Kauf einer Domain

Beim Domainhandel liegen die Preise oft bei einigen hundert oder tausend Euro. Für sehr begehrte Domains werden aber auch weit höhere Preise bezahlt. So wechselte die Domain whisky.com 2015 für 3,1 Mio. USD den Besitzer. Bevor man eine Domain erwirbt, sollte man genau prüfen, welches Potenzial die künftige Nutzung hat. 

Vor dem Ankauf sollte man auch unbedingt die Vorgeschichte der Domain prüfen. Im Internet Archiv kann man Inhalte vergangener Jahre anschauen. Manchmal ist eine Domain "verbrannt", weil in früheren Jahren Inhalte mit zweifelhaftem Ruf oder Linkfarmen betrieben wurden. Mit einer solchen Domain kann es schwer oder unmöglich sein, gute Platzierungen in den Suchergebnissen zu erhalten.   

Sicherheit beim Ankauf einer Domain

Gerade bei hohen Kaufpreisen ist es sinnvoll, für die Abwicklung einen Treuhandservice (engl. Escrow) einzuschalten. Der Treuhänder überträgt dann die Domain zum Käufer, nachdem die Zahlung erfolgt ist. Da man den Verkäufer meist nicht persönlich kennt, kann es sonst passieren, dass man den Kaufpreis zahlt und dennoch die Domain nicht erhält. 

Fazit zur Wahl der richtigen Domain

Eine Domain ist eine langfristige Entscheidung, die nicht über das Knie gebrochen werden sollte. Vor der Entscheidung sollte eine eingehende Analyse und eventuell eine Beratung erfolgen. Der Domainname ist Teil einer umfassenden Marketing Strategie und sollte daher gut überlegt sein.

Noch Fragen?
Kostenlose Beratung zu Domains unter +49 711 9 49 69 60

Aktualisiert: 22.07.2021