TYPO3camp Mallorca 2013

Vom 20. bis 22. September fand das 2. internationale TYPO3camp Mallorca statt. Als Premiumsponsor waren wir mit vier Mitarbeitern und fünf Sessions dabei.

Ungefähr 170 TYPO3-Enthusiasten aus 8 Nationen nahmen also für das Wochenende den langen Weg nach Mallorca auf sich. 

Traditionell begann das Camp am Freitag Abend mit der Warm-Up Party. Hier konnte man alte Bekannte wieder treffen und auch neue Bekanntschaften knüpfen. Für diejenigen, die schon am Donnerstag anreisten, fand abends die sogenannte Pre-Party statt, ein gemeinsames Abendessen zum Networken und Socialising. 

Der offizielle Start des Camps war am Samstag morgen mit der Sessionplanung. Da ein TYPO3camp ein Barcamp ist, stehen die Themen vor Beginn eigentlich noch nicht fest. Jeder Teilnehmer kann Vorträge, sogenannte Sessions, halten oder auch einfach Themen vorschlagen. Auch sonst können sich die Teilnehmer aktiv einbringen, indem sie über das Camp bloggen oder per Facebook, Twitter oder auf anderen Kanälen darüber berichten. 

Hier nun ein kurzer Bericht über die Sessions, an denen wir teilnehmen konnten. 

Upgrade to TYPO3 6.2 LTS

Im Dezember erscheint voraussichtlich die neue LTS Version. LTS steht dabei für Long Term Support, diese Versionen werden drei Jahre lang mit Sicherheitsupdates versorgt. Die 6.2 ist damit der direkte Nachfolger der bisherigen 4.5 LTS. Ein Schwerpunkt der Entwickler liegt also natürlich im möglichst einfachen und "sanften" Upgrade. Da beim Wechsel von 4.x auf 6.0 sehr viele Änderungen an der Programmierung durchgeführt wurden, muss man bei einem Upgrade einiges beachten. So wird es ein Skript geben, mit dem man vor einem Upgrade prüfen kann, ob bei einer TYPO3-Installation Probleme auftreten könnten. Ebenso wird es eine Zwischenschicht geben, die Aufrufe veralteter Funktionen an ihre neueren Pendants weiterleitet. So soll die größtmögliche Kompatibilität gewährleistet werden. Alles in allem bietet 6.2 auch im aktuellen Alpha-Stadium schon ein paar sehr interessante Features. 

Sprites mit Sass/Compass in TYPO3 

Sass ist ein Precompiler für CSS, mit dem sich CSS um Funktionen wie zum Beispiel Variablen, Schleifen und Funktionen erweitern lässt. Compass wiederum ist eine Erweiterung für Sass. In dieser Session wurde eine Methode gezeigt, wie man TYPO3-Projekte mit Hilfe dieser beiden Tools entwickeln kann. Dabei wurde auch kurz auf die Installation von Sass und Compass eingegangen sowie eine mögliche sinnvolle Projektstruktur gezeigt. 

Outside the box: panel on CMS

Wie begann das eigentlich mit diesem Internet, wie wurden damals die ersten Webseiten erstellt und von wem? Mit einem geschichtlichen Rückblick begann diese Session, in deren Verlauf dann auch die Gegenwart und die mögliche Zukunft des Internets und der Content Management Systeme betrachtet wurde. 

International Knowledge Sharing

Wie steht es um die TYPO3 Community in anderen Ländern und wie wird dort Wissen ausgetauscht? Wie finden Anfänger einen möglichst leichten Einstieg in TYPO3? Das waren die Fragen, die wir in dieser Session versuchten zu klären. Interessant dabei war, dass es zum Beispiel in Rumänien schon eine gut funktionierende Infrastruktur in Form von Foren und Usergroups gibt. So wird durch die Usergroup in diesem Jahr auch das erste TYPO3camp East Europe T3EE organisiert. In Ungarn hingegen steckt TYPO3 wohl noch in den Kinderschuhen. Eigentlich eine gute Ausgangslage für Agenturen oder Freelancer, sich dort jetzt als Experten zu positionieren. 

Making TYPO3 faster

Am Beispiel des Government Packages zeigte Jochen Weiland, mit welchen Maßnahmen sich die Performance einer TYPO3 Website teilweise erheblich steigern lässt. Das fängt bei einfachen Einstellungen an, die sich innerhalb von TYPO3 optimieren lassen, über die Optimerung von CSS und Javascript, und geht dann bis hin zum Einsatz externer CDN. 

typo3.org

Wer steckt eigentlich hinter der Website typo3.org und wie funktionieren manche der Features? Thomas Löffler ermöglichte einen interessanten Blick hinter die Kulissen. Er stellte auch einige der Teams vor, die verschiedene Aufgaben bei TYPO3 haben. Außerdem ging er noch mal auf http://forge.typo3.org ein, wo prinzipiell jeder Bugs melden oder auch Featurewünsche äussern kann.

Best practice Fluidtemplate and Responsive Webdesign

Gibt es eine ideale Methode, Responsive Webdesign mit Fluidtemplate umzusetzen? Diese erste sogenannte "Couch-Session" wollte in einer lockeren Gesprächsrunde zum Erfahrungsaustausch einladen. "Couch-Session" wurde sie deshalb genannt, weil die große Couch im Foyer der Treffpunkt war. Im Gegensatz zu einem klassischen Vortrag wurden hier auf gleicher Ebene Meinungen und Erfahrungen ausgetauscht. Das Thema und die Form der Session schien auf jeden Fall für sehr viele Teilnehmer interessant zu sein. Als Fazit der Session kann man sagen: den idealen Weg scheint es nicht zu geben, jeder Freelancer/jede Agentur hat einen für die jeweiligen Projekte passenden Weg gefunden, aber jeder hat Vor- und Nachteile. Auf jeden Fall ein Thema, das sich ständig weiter entwickeln wird.

Content elements with TYPO3 6.x

Auch diese Session lud als "Couch-Session" zur Diskussion und zum Erfahrungsaustausch ein. Seit der Ankündigung, dass Templavoila wahrscheinlich nur noch bis TYPO3 6.2 weiter unterstützt und entwickelt wird, schauen sich zur Zeit viele Integratoren und Agenturen nach Alternativen um. Speziell Features wie mehrspaltige Container-Elemente oder auch komplexere flexible Content Elemente können auf verschiedene Art und Weise nachgebildet werden, sei es durch Typoscript, Fluidtemplate oder spezielle Extensions wie Gridelements oder DCE. In dieser Session wurden die Erfahrungen in der Anwendung der verschiedenen Möglichkeiten ausgetauscht. Doch auch hier kann man sagen: die ideale Lösung gibt es nicht, jede hat Vor- und Nachteile.

Kickstarting a website with TYPO3 NEOS

Bei einer NEOS-Standardinstallation wird ja auch eine Demo-Website mitgeliefert. In dieser Session wurde ein Weg gezeigt, wie man NEOS mit einem eigenen Template installieren kann und so eine individuelle Website erstellt. Als Beispiel wurde eine kleine, private Website gezeigt. 

Die Couch-Sessions

Eine Idee, die auch auf den anderen TYPO3camps im Auge behalten werden sollte, waren die Couch-Sessions. Normalerweise läuft eine Session auf einem Camp ungefähr so ab: der Referent steht vor dem Publikum und präsentiert sein Thema, entweder in Form einer Präsentation, einer Live-Demo oder ähnlichem. Der Gedanke war jetzt, dass gerade Einsteiger bzw. Camp-Neulinge hier vielleicht Hemmungen haben, sich selber einzubringen. Vielleicht hat man Angst, sich zu blamieren, weil möglicherweise im Publikum Leute sitzen, die sich mit dem Thema besser auskennen als man selbst. Dabei ist gerade das ja das interessante an einem Barcamp. Wissen austauschen, sowohl mit Einsteigern als auch mit Profis. Die Couch-Sessions, die in Form einer lockeren Diskussion geführt werden, sollen hier gerade die Neulinge stärker einbeziehen, beziehungsweise Neulingen eine Möglichkeit geben, sich stärker einzubringen. Die Resonanz auf diese Sessions war insgesamt sehr gut, hier schienen wir die Wünsche der Teilnehmer ganz gut getroffen zu haben.

Fazit

Alles in Allem war es ein sehr schönes Camp, auf dem man wieder sehr viele Informationen mitnehmen konnte. Auch die familiäre Atmosphäre innerhalb der TYPO3 Community ist etwas, was jedes Camp zu einem tollen Erlebnis macht. Jeder an TYPO3 Interessierte sollte unbedingt mal an einem TYPO3camp teilnehmen, es sind lohnenswerte Erlebnisse. Das nächste Camp findet übrigens vom 25. bis 27. Oktober in Regensburg statt.

Wir möchten uns hier auch noch einmal bei allen bedanken, die das TYPO3camp Mallorca erst möglich gemacht haben, bei den Organisatoren, den Sponsoren, den Vortragenden und natürlich bei allen Teilnehmern!