Open Source und Diskrepanz
Ohne Frage: TYPO3 ist ein hervorragendes Content Management System, das hundertausendfach eingesetzt wird.
Als Open Source Projekt ist TYPO3 kostenlos - und kann dennoch viele kommerzielle CMS in Sachen Funktionsumfang, Erweiterbarkeit und Konfigurationsoptionen ausstechen.
Viele Internetagenturen verdienen gutes Geld mit Dienstleistungen rund um TYPO3 und profitieren von Open Source. Auf typo3.org sind derzeit 1.528 Serviceanbieter gelistet, davon 718 aus Deutschland.
Seit einigen Jahren gibt es die TYPO3 Association, deren Ziel die Förderung und Weiterentwicklung von TYPO3 ist. Ich frage mich, warum derzeit dort nur 50 TYPO3 Agenturen aus Deutschland als Supporting Member gelistet sind. Wo sind die restlichen 668? Am Jahresbeitrag von 700 Euro kann es wohl kaum liegen, gemessen an der Nachfrage nach TYPO3 Dienstleistungen.
Die eine oder andere Firma mag ihre Gründe haben, warum sie nicht Mitglied der Association werden möchte. Aber als Alternative gibt es ja noch die Möglichkeit, die Weiterentwicklung von TYPO3 durch Spenden zu unterstützen. Doch die Liste der Spender ist noch deutlich kürzer als die der Association Mitglieder und der Spenden an Kasper.
Ärgerlich finde ich es auch, wenn sich manche Firmen zwar groß Open Source auf die Fahnen (oder Webseiten) schreiben, dann aber eigene Entwicklungen wie z.B. TYPO3 Extensions, nicht veröffentlichen.
Etwas besser sieht es da schon mit dem Sponsoring von Projekten aus, da kamen bisher immerhin ca. 20.000 Euro für drei Projekte zusammen. Auch gibt es Agenturen, die Entwicklungsresourcen und Manpower kostenlos zur Verfügung stellen - aber die Regel ist das leider nicht.
Als Denkanstoß (und vielleicht guten Vorsatz fürs neue Jahr) sollte man sich nochmals vor Augen führen, dass das Prinzip von Open Source nicht nur Nehmen sondern auch Geben ist.
Kommentare


